Schielen (Strabismus)
Was versteht man
unter Schielen und
welche
Schielformen gibt es?
Als Schielen (Strabismus) wird eine Fehlstellung der Augen bezeichnet;
die Stellung der Augenachsen ist nicht gerade.
Schielen im Kindesalter
Kinder erblicken leider nicht immer mit gesunden Augen das Licht der
Welt, 4 bis 6 % leiden unter einer Fehlstellung der Augen ( Schielen),
jedes vierte Kleinkind ist höhergradig weit-, oder kurzsichtig, etwa
2 von 10 000 Kindern kommen mit einem Grauen Star (angeborene Linsentrübung)
zur Welt.
Wann sollte ein Kind vom Augenarzt untersucht werden?
Mit dem 1.und 2. Lebensjahr (Mutter-Kind-Pass-Untersuchung).
Im Alter von 3 – 4 Jahren, sobald das Kind in der Lage ist, bei
einer Sehprüfung verwertbare Angaben zu machen.
Wann lernt ein Kind sehen?
Schon kurz nach der Geburt können Babies ihre Umgebung undeutlich
wahrnehmen.
Die Sehschärfe entwickelt sich in den ersten Lebensjahren, Störungen
(Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus = Stabsichtigkeit, Schielen)
können einen bleibenden Schaden für das Sehvermögen bedeuten.
Am schielenden Auge führt die Unterdrückung des Seheindrucks
zu einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) und zum Verlust des räumlichen
Sehens. Als Behandlung wird je nach Vorliegen des Schielens eine Brille
verordnet und/oder ein Auge zeitweise abgedeckt, fallweise muss auch eine
Schieloperation durchgeführt werden.
Wie lange darf ein Kind schielen?
Während der ersten Wochen ist es noch normal, dass gelegentlich ein
Auge etwas abweicht, es sollte aber nicht ständig in Schielstellung
bleiben und nicht immer dasselbe Auge betroffen sein. Bei ständigem
Schielen eines Auges muss bereits im Säuglingsalter durch einen
Augenfacharzt eine Therapie vorgenommen werden.
Welche Formen des Schielens gibt es?
Das Begleitschielen (konkomittierendes Schielen)
Das Begleitschielen ist die häufigste Form des Schielens im Kindesalter,
wobei zwischen einem angeborenen Schielen (2. bis 3. Lebensmonat), einem
erworbenen Schielen (1. bis 3. Lebensjahr), sowie einem so genannten Spätschielen
unterschieden wird.
Das schielende Auge begleitet das nicht schielende Auge in allen
Blickrichtungen, wobei der Schielwinkel immer gleich groß ist. Es
kann sich entweder um ein Einwärtsschielen oder Auswärtsschielen
handeln, ein Höhenschielen, sowie ein sogenanntes Verrollungsschielen;
ein Nystagmus (Augenzittern) sind seltenere Erscheinungsformen.
Das latente Schielen (zeitweise auftretendes Schielen)
Bei dieser Schielform ist das Gleichgewicht der Augenmuskeln
beider Augen gestört, dieses Schielen ist somit nicht ständig
vorhanden, es tritt z. B. bei Übermüdung, Allgemeinerkrankungen
(zB Fieber) oder Stress auf.
Es bedarf in den meisten Fällen keiner besonderen Behandlung, es
sei denn, dieses zeitweise Schielen würde in ein manifestes, ständiges
Schielen übergehen.
Das Lähmungsschielen (paralytisches Schielen)
Ursache für dieses Schielen sind Augenmuskellähmungen, diese
können angeboren sein oder als Folge von Schädelverletzungen,
im späteren Alter von Durchblutungs-störungen (Hypertonie, Diabetes)
auftreten.
Der Schielwinkel ist nicht in allen Blickrichtungen gleich, es
bestehen häufig Doppelbilder, die Doppelbilder nehmen in die Richtung
zu, in welche das gelähmte Auge blickt.
Zum Zeitpunkt des Auftretens der verschiedenen Schielformen.
Das Begleitschielen tritt typischerweise im Kleinkind-, bis Kindesalter
auf und bedarf, wie bereits ausgeführt, dringend einer Behandlung
durch Okklussion (Abdeckungstherapie) oder fallweise einer nachfolgenden
Strabismusoperation (Schieloperation).
Wie kann das Schielen behandelt werden?
Das Auge eines Kleinkindes, welches sich in ständiger Schielstellung
befindet, ist nicht im Stande eine normale Sehschärfe zu entwickeln.
Bei Nichtbehandlung ist zwangsläufig eine bleibende Sehschwäche
(Amblyopie) die Folge, welche ab dem ca. 6. – 8. Lebensjahr keiner
Behandlung mehr zugänglich ist.
Sobald ein ständiges Schielen eines Auges vorliegt, ist dasselbe
bei Vorliegen eines Sehfehlers mittels einer entsprechenden Brille, sowie
meist zusätzlich durch die Okklusion (Abdeckung) des gesunden Auges
zu behandeln.
Für einen Behandlungserfolg ist nach vorheriger, genauer Aufklärung,
die Mitarbeit der Eltern von entscheidender Bedeutung, da es notwendig
ist, das gesunde Auge des Kindes, manchmal auch gegen seinen Willen, abgedeckt
zu halten.
Wird eine Geradstellung der Augen konservativ (Brille, Okklusions-
= Abdeckungs-therapie) nicht erreicht, so ist eine Operation,
welche die Geradstellung der Augen zum Ziel hat, erforderlich.
Diese Schieloperation erfolgt an den Augenmuskeln (Verkürzung und/oder
Rücklagerung eines Muskels) und soll in der überwiegenden Zahl
der Fälle im Vorschulalter durchgeführt werden.
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